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Die Landtagsfraktion der Grünen in Schleswig-Holstein hat sich einstimmig gegen ein gesetzliches Vollverschleierungsverbot an Universitäten entschieden und damit das Gesetz verhindert.

Nach einjähriger Beratung, die ihren Anfang mit der Kieler Studentin Katharina K. genommen hatte, gibt die Fraktion im Landtag-Schleswig Holstein der Religionsfreiheit den Vortritt.  Die Kieler Studentin war im vergangenen Jahr aufgrund ihres Gesichtsschleiers an der Universität aufgefallen und aus einzelnen Veranstaltungen verwiesen worden. Daraufhin war ein Gesetzesentwurf in den Landtag eingebracht worden, der das Tragen von Gesichtsverhüllungen insgesamt verbieten sollte. Im Rahmen einer mündlichen und schriftlichen Anhörung wurden zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen um ihre Position gebeten.

Wir beglückwünschen die Grünenfraktion im Landtag Schleswig-Holstein zu ihrer Entscheidung, die wir nicht als „Pro-Niqab-Entscheidung“ betrachten, sondern für die gleichberechtigte Inanspruchnahme von Grundrechten und für eine vielfältige, tolerante und egalitäre Gesellschaft.

Wir freuen uns ebenfalls darüber, dass wir in diesem Entscheidungsfindungsprozess mitwirken durften und unsere Argumente, die wir sowohl in der schriftlichen als auch mündlichen Anhörung vorgetragen haben, gehört wurden.

Als Aktionsbündnis muslimischer Frauen e.V. haben wir uns in dieser Anhörung deutlich gegen ein gesetzliches Verbot positioniert: Die Religionsfreiheit der Studentinnen muss so lange Vorrang haben, wie keine anderen Grundrechte oder Verfassungsgüter betroffen sind. Die Lehrfreiheit der Dozenten und Dozentinnen war dabei nicht betroffen, da die Anwesenheit einer niqabtragenden Studentin der freien Ausgestaltung von Lehrveranstaltungen keinen Abbruch tut. In konkreten Fällen der Eigengefährdung, wie Laborübungen oder der notwendigen Identifikation vor Prüfungen, müssen Ausnahmen natürlich möglich sein. Es ist außerdem verfehlt, den Verbotsgrund in der Bedeutung des Gesichtsschleiers als Symbol der Unterdrückung und Entmenschlichung der Frau zu sehen. Dies nimmt von vornherein an, dass ein Gesichtsschleier nur aus Zwang getragen werden kann und lässt völlig außer Betracht, dass muslimische Frauen dies aus eigener Entscheidung und Überzeugung tun können. So auch die benannte Kieler Studentin.  

Auch das individuelle Verfahren der Studentin Katharina K. gegen die Universität hat sich zwischenzeitlich weiterentwickelt: Für die Kieler Studentin hatte die ursprüngliche Verbotsrichtlinie zunächst zur Folge, dass sie aus weiteren Vorlesungen ausgeschlossen und zu zwei Prüfungen nicht zugelassen wurde. Diese zwangsweise nicht-absolvierten Prüfungen wurden als zwei Fehlversuche gewertet. Die Betroffene erhob dagegen Widerspruch, verlangte die Aufhebung aller vermerkten Fehlversuche und eine Zusicherung des Prüfungsamtes, ohne Furcht vor Diskriminierung und einem erneuten Vermerk eines Fehlversuches, an zukünftigen Prüfungen teilnehmen zu können. Sie erhielt indes hierauf zunächst lediglich eine entsprechende informelle Zusage, gewann im weiteren Verlauf jedoch noch das Widerspruchsverfahren gegen die Universität.

Die Kieler Studentin äußert sich ebenfalls zu den jüngsten Entwicklungen: „Auch ich als Betroffene bin selbstverständlicher Weise froh über den Erfolg unserseits und über das nicht zustande gekommene Verbot. Ich hoffe, dass wir in Zukunft nicht mehr über einzelne Verbote streiten müssen, sondern ein offener Diskurs auf Augenhöhe stattfinden kann und Muslime und Musliminnen sich nicht für das Ausleben ihrer Religion rechtfertigen müssen.“

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Am 01.12. feierten Mitglieder und Nicht-Mitglieder das 10jährige Bestehen des AmF. In diesem Rahmen wurde erstmalig der AmF-Preis an engagierte muslimische Frauen verliehen.

Seit mittlerweile 10 Jahren vertritt das AmF die Interessen muslimischer Frauen in Deutschland, fördert Vernetzung und Empowerment. 10 Jahre AmF, das sind 10 Jahre harter Arbeit von starken und ambitionierten Frauen, voller Engagement und Aufopferungsbereitschaft. Entsprechend starteten die Feierlichkeiten mit einem Rückblick von der Gründung als Gruppe engagierter Frauen zur größten verbands- und parteiunabhängigen Organisation muslimischer Frauen in Deutschland. Doch das AmF feiert nicht nur ein Jubiläum, sondern vor allem die wunderbaren Frauen, die im AmF wirken. Aus diesem Anlass verlieh das AmF zum ersten Mal den AmF-Preis. Er ging an vier Frauen, die sich in ihrem Wirken besonders für die gesellschaftliche Teilhabe muslimischer Frauen eingesetzt hatten.

Für 9 Jahre Aufopferung wurden Frau A. und Frau A. geehrt. Sie hatten sich gegen ein verfassungswidriges Berufsverbot gewehrt und für andere betroffene Frauen und kommende Generationen den Zugang zu Bildungsberufen wieder geöffnet. Auch Frau Nahed Samour wurde für ihren Einsatz beim Abbau von Barrieren ausgezeichnet. Mit ihrem Engagement gegen intersektionale Diskriminierung vertritt sie die Interessen muslimischer Frauen als gesamtgesellschaftliches Anliegen. Zu guter Letzt wurde Fadime Kranz für eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit gemeinnütziger Projekte gewürdigt. Nur durch Sichtbarkeit wird Anerkennung erreicht und Motivation für weiteres Engagement geschaffen. Sobald die unerwarteten Tränen der Rührung getrocknet waren, sorgte die Poetryslammerin Betül Demir für die nötige Feierlaune. In ihrer „Hasspredigt“ stellte sie spielerisch Alltagssituationen dar, die jede(r) kennen und hassen gelernt hat. Nach einigen abschließenden Worten kamen die Gäste bei Kaffee und Kuchen zusammen, um die Eindrücke des Nachmittags zu teilen, einander kennen zu lernen, gemeinsam zu essen und zu lachen.

Anlässlich seines 10jährigen Bestehens verleiht das AmF erstmalig einen Preis an muslimische Frauen, die sich besonders um den gesellschaftlichen Zusammenhalt verdient gemacht haben. Die Preisträgerinnen wurden von den AmF-Mitgliedsfrauen vorgeschlagen und vom Vorstand aus den Nominierungen ausgewählt. Die Preisträgerinnen haben sich in ihrem Wirken besonders für die gesellschaftliche Teilhabe muslimischer Frauen eingesetzt und repräsentieren damit auch die Belange, die das AmF im letzten Jahrzehnt besonders beschäftigt haben.

Frau Nahed Samour für den Einsatz im Bereich intersektionale Diskriminierung

Nahed Samour vertritt das Anliegen und die Interessen muslimischer Frauen als gesamtgesellschaftliches und nicht nur partikulares Anliegen. Sie setzt sich dafür ein, muslimische Frauen als aktiven Teil der Gesellschaft sichtbar zu machen, ihre Stimmen und Anliegen zu hören. In ihrer rechtswissenschaftlichen Arbeit vermittelt sie anschaulich, dass eine selektive Gewährung von Grundrechten unsere Gesellschaft spaltet und damit die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens untergräbt. Wir ehren Nahed Samour als begnadete Netzwerkerin, engagierte zivilgesellschaftliche Akteurin und Vorbild sowie Mentorin für den Nachwuchs.

Frau A. und Frau A. (anonym) für die Aufhebung verfassungswidriger Berufsverbote

Das gesetzliche Kopftuchverbot in NRW traf Frauen im Schuldienst: angestellte und verbeamtete Lehrerinnen, Sozialpädagoginnen, Schulpsychologinnen. Es traf Frauen, die gerade erst in den Schuldienst eingetreten waren ebenso wie Frauen, die nach jahrzehntelanger Arbeit bereits kurz vor der Verrentung standen. Die Verfahrenswege führten dazu, dass Frau A. und A. die Aufgabe zufiel, ihre Klage bis vor das höchste deutsche Gericht, das Bundesverfassungsgericht, zu tragen. Mit Mut und Ausdauer stellten sie sich über neun Jahre einer Herausforderung, um die sie nicht gebeten hatten. Die persönlichen Entbehrungen die Frau A. und A. auf sich nehmen mussten, nur um in ihrem Beruf arbeiten zu dürfen, möchten wir mit diesem Preis anerkennen. Aus emanzipatorischer Sicht sind Frau A. und A. Heldinnen, denn sie setzten sich für den uneingeschränkten Zugang zum Beruf ein – mehr als drei Jahrzehnte, nachdem die Frauenbewegung ihn eigentlich für alle Frauen (unabhängig von der Erlaubnis ihrer Ehemänner) ermöglicht hatte. Diesen beiden verdanken wir, dass seit 2015 auch kopftuchtragende Frauen wieder einen uneingeschränkten Zugang zum Lehrberuf haben. Nachdem sie endlich die Möglichkeit haben wieder ungehindert ihr Leben zu leben, möchten Frau A. und A. Unruhe um ihre Person vermeiden, weshalb sie anonym bleiben.

Frau Fadime Kranz für eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit gemeinnütziger Projekte

Fast so wichtig wie ein gut durchgeführtes Projekt ist eine professionelle Berichterstattung. Nur dann finden sich Teilnehmende und Unterstützende, nur dann fließen Fördergelder. Als Designern und Expertin für Marketing nutzt Fadime Kranz deshalb ihre Fähigkeiten um zahlreiche Vorhaben im richtigen Glanz erstrahlen zu lassen. Gerade für muslimische Projekte und gerade für Frauenprojekte ist eine erhöhte Sichtbarkeit und ein professionelles Auftreten wichtig, um wahrgenommen zu werden. Daher zeichnen wir Fadime Kranz für ihr unermüdliches Engagement aus, wichtige Ideen gelungen in Szene zu setzen.

Die Stiftung Mitarbeit und das Netzwerk Bürgerbeteiligung initiierten am 22. und 23. November 2019 in Bonn ein Treffen von Vertreter*innen aus 40 verschiedenen Demokratie-Initiativen aus ganz Deutschland. Ein dynamischer Methodenmix ermöglichte den Teilnehmer*innen am ersten Tag einen guten Einblick in die Vielfalt der in diesem Feld tätigen Initiativen und Vereinen und ließ gleichzeitig ausreichend Zeit, vielversprechende Kontakte zu knüpfen. Der zweite Tag war von der konkreten Frage geprägt: Braucht es ein spezielles "Netzwerk Demokratie stärken" und falls ja, wie sollte es organisiert sein, welche Mitglieder sollte es haben, welche Themen sollte es bearbeiten? Von allen Teilnehmer*innen wurde die weitere Vernetzung in Form eines Netzwerks zur Erleichterung der eigenen Arbeit für notwendig gehalten. Die ausgesprochen offene und angenehme Atmosphäre sowie die ausgefallene Örtlichkeit innerhalb des Hauses der Geschichte (in der Lounge, die gleichzeitig die Bibliothek ist) haben sicherlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Die neu gegründete Islamische Akademie NRW e.V. stellt sich mit dem Fachtag „Heimat und Identität“ vor. Jenseits der üblichen Integrationsdebatte wurden Zugehörigkeiten definiert und über Herausforderungen einer selbstverständlichen Anerkennung der muslimisch-deutschen Identität gesprochen. Die AmF-Vorstandsvorsitzende Gabriele Boos-Niazy beteiligte sich mit einem Workshop.

Nach den Grußworten von Ali Tasbas (Islamische Akademie NRW), Christoph Müller-Hofstede (bpb) und Pfarrer Friedrich Stiller (Evangelische Kirche) war der Vormittag wissenschaftlichen Vorträgen gewidmet.

Den Beginn machte Prof. Çefli Ademi (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) mit seinem Vortrag „Zwischen Grundgesetz, Religion und Islam – Heimat muslimisch gedacht“. Zunächst stellte er klar: „Unser Verfassungsrecht kennt keine fremde Religion“. Vielmehr seien verfassungsrechtlich garantierte Freiheiten als universelle Menschenrechte gedacht, die in jeder Gesellschaft Bestand haben können. Auch mit dem Fehlschluss, staatliche Neutralität müsse religionsfeindlich sein, räumte er auf: „Säkularität ist ein neutraler Entfaltungsspielraum, keine konkurrierende Ideologie.“ Versuche, den Begriff der Neutralität für die eigene Weltanschauung zu instrumentalisieren, führte er auf Unkenntnis der Verfassung zurück. Der Staat habe eine positive Haltung gegenüber religiösen und ethischen Werten im Allgemeinen, zeige aber eine „respektvolle Nichtidentifikation“ gegenüber einzelnen Religionen/Weltanschauungen. Die Verfassung sei keine Wertebotschaft an die man glauben müsse. Es sei eine freie Entscheidung ob man gegenüber den Verfassungswerten eine moralische Affinität habe und wie man diese begründe.

Im zweiten Teil seines Vortrags erklärte Prof. Çefli Ademi, wie aus muslimischer Sicht die moralische Affinität zur Verfassung religiös begründet sei. Dazu ging der auf Prinzipien der Rechtsfindung nach islamischer Lehre und den Umgang mit divergierenden Meinungen ein. „Nicht die Quantität der Meinung ist entscheidend, sondern die Qualität der Meinungsbegründung.“ Islamisches Recht und Verfassungsrecht leiteten sich aus den gleichen Prinzipien ab, nämlich, die Religionsfreiheit zu garantieren, die Familie zu schützen und Schaden vom Menschen und der Gesellschaft abzuwenden. Eine gute Zusammenfassung seiner Thesen wurde anlässlich des 70jährigen Jubiläums des Grundgesetzes veröffentlicht.

Im Anschluss folgte ein Vortrag von Prof. Detlef Pollack (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) der unter dem Titel „Zwischen Anpassung und Selbstbehauptung: Wo liegt die Heimat der in Deutschland lebenden türkeistämmigen Muslime?“ seine Studie „Integration und Religion aus der Sicht von Türkeistämmigen in Deutschland“ mit etwa 1200 Befragten vorstellte. Die Befragten zeigten in der überwiegenden Mehrheit ein hohes allgemeines Wohlbefinden und ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland, gleichzeitig war jedoch das Gefühl mangelnder sozialer Anerkennung weit verbreitet. Ein Vergleich von erster Einwanderergeneration und zweiter/dritter Generation zeige, dass letztere stärker integriert (Sprache, soziale Teilhabe, Bildungsniveau) seien, gleichzeitig aber selbstbewusster in Bezug auf die Bewahrung ihrer bikulturellen Identität agieren. Auch sei die Religion ein stärkerer Identitätsmarker, während bei der ersten Generation die traditionelle Praxis wichtiger sei. Ein besonders interessantes Ergebnis war, dass das Bild, das Türkeistämmige vom Islam haben fundamental dem der Mehrheitsbevölkerung widerspricht. Während die Türkeistämmigen Islam mit Solidarität, Toleranz, Friedfertigkeit und Achtung der Menschenrechte assoziierten, zeigte die Mehrheitsbevölkerung durchgehend negative Assoziationen. Das Christentum hingegen besitzt sowohl in der Gesamtbevölkerung als auch bei den türkeistämmigen Befragten ein positives Image und ähnelt damit dem Bild, das Letztere vom Islam haben.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass fundamentalistische Einstellungen unter den türkeistämmigen Befragten weit verbreitet seien, was von Prof. Detlef Pollack als bedenklich eingestuft wurde. Die vier verwendeten Items zur Messung von Fundamentalismus wurden im Anschluss heftig diskutiert, insbesondere die Aussage „Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe.“ Auf die Kritik, dass die Aussage einen Widerspruch zwischen religiösen Geboten des Islam und deutschen Gesetzen suggeriere, der für Muslime faktisch in der Regel nicht vorhanden sei, entgegnete Prof. Detlef Pollack, dass alle Fragen auch mit einer „weiß nicht“ Option versehen waren. Er verwies auch auf eine mit den gleichen Items arbeitende Studie von Ruud Koopmans, in der das Antwortverhalten nach Konfession aufgeschlüsselt wurde.

Pfarrer Friedrich Stiller merkte an, dass er persönlich der Aussage, religiöse Gebote seien wichtiger als die Gesetze des Staates, zustimmen würde und es darüber hinaus im Hinblick auf die deutsche Geschichte für wünschenswert halte, wenn christliche Institutionen in der Vergangenheit stärker nach dieser Maxime gehandelt hätten. Auch dem Item „Es gibt nur eine wahre Religion“ würde er als gläubiger Mensch zustimmen, ebenso, wie das seine jüdischen, katholischen und muslimischen Partner im Interreligiösen Dialog zweifellos aus ihrer Sicht in Bezug auf ihre Religion tun würden. Aus der Zustimmung zu zwei von vier Items einen Hang zum Fundamentalismus abzuleiten sei demnach doch fragwürdig.

Weitere Aspekte, die in der Diskussion aufgegriffen wurden, war die Definition von „Integration“ und Facetten des eigenen Selbstverständnisses (wie der Unwillen, sich als in Deutschland geborene und sozialisierte Person ständig für die Politik anderer Länder rechtfertigen zu müssen). Insgesamt ließ die Veranstaltung viel Raum für die Diskussion, die sich so frei entwickeln konnte.

Nach dem Mittagessen wurde die Arbeit in mehreren Workshops fortgeführt. Die AmF- Vorstandsvorsitzende Gabriele Boos-Niazy moderierte den Workshop „Beruf und Religion – Muslimische Frauen zwischen Karriere und Ausgrenzung“. Er startete mit einem rechtlichen Input zu den relevanten Grundrechten und dem AGG, die den Rahmen für die Gleichbehandlung muslimischer Frauen festlegen.

Dann wurden in zwei Gruppen Missstände genauer definiert und die Ergebnisse zusammengetragen und anschließend gemeinsam Lösungsansätze diskutiert. Da viele Teilnehmende im pädagogischen Bereich tätig sind, lag der Fokus neben dem Beruf auch auf dem Bildungsbereich und dem Übergang zwischen Schule und Beruf.

Im Gespräch zeigte sich, dass verletzende, verachtende und pauschalisierende Bemerkungen und Handlungen sowohl Schüler*innen als auch Kolleg*innen betreffen. Zwar scheint das Kopftuch ein besonderer Trigger zu sein und weibliche Personen stärker betroffen zu sein, aber Mikroaggressionen richten sich generell gegen als ‚fremd‘ wahrgenommene Menschen. Dabei sei besonders problematisch, dass offen verächtliche Bemerkungen, die Einzelpersonen in Gespräch fallen lassen, von den anderen Anwesenden unkommentiert gelassen werden. Erfahrungsgemäß helfe es jedoch schon, die diskriminierende Aussage in fragendem Ton zu widerholen und zu fragen, was genau denn damit gemeint sei. (Beispiel: die Bezeichnung von nicht-türkischstämmigen Schülerinnen als „Kopftuchtürkinnen“) Mit einem solchen einfachen rhetorischen Mittel könne den Gesprächsverlauf deutlich verändert werden, auch wenn in der Situation ein bisschen Mut dazu gehöre, sich zugunsten einer Minderheit zu äußern.

Ein weiteres Problem sei die Unwissenheit um Diskriminierung, wodurch zum einen Betroffenen die Möglichkeit fehle, sich angemessen gegen Diskriminierung zu wehren und zum anderen bei sozial benachteiligten Jugendlichen die Tendenz entstehen könne, alle Misserfolge darauf zu schieben, man sei diskriminiert worden, statt das eigene Verhalten (z.B. mangelnde Lernmotivation) zu hinterfragen.

Insgesamt neben unabhängigen Antidiskriminierungsstellen bessere Aufklärungsangebote für den Übergang zwischen Schule und Beruf notwendig.

Auch verpflichtende Module zum Umgang mit Pluralismus und rassismuskritischer Pädagogik im Rahmen der pädagogischen Ausbildung seien wünschenswert.

Nach der intensiven Arbeit in den Workshops schloss die Veranstaltung mit dem Bericht der Tagungsbegleiterinnen. Pfarrerin Ursula August und die Politikwissenschaftlerin Nigar Yardim teilten ihre persönlichen Eindrücke des Tages und rundeten so den Tag ab.

Durch die Vielfalt in den Positionen der ausgewählten Referenten, dem umfangreichen Raum für Diskussionen und der guten Zusammenarbeit in den Workshops bereicherte der Fachtag die Perspektive darauf was Muslime unter Heimat verstehen und welche Auswirkungen (politische)Debatten auf ihre Identitätsbildung haben. Wir freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung der Islamischen Akademie NRW zur muslimischen Identität im Januar 2020.

AmF-Vorstandsvorsitzende Gabriele Boos-Niazy nahm am 4. November 2019 an der zweiten Konsultationsveranstaltung zum Themenforum „Antidiskriminierung und Maßnahmen gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ teil. Der Nationale Aktionsplan Integration (NAP-I) zielt – als Weiterführung des 2007 erstellten Nationalen Integrationsplan (NIP) – darauf ab, Integrationserfolge klarer zu definieren und messbar zu machen. Die in der Auftaktveranstaltung am 7. Juni 2019 ermittelten Handlungsfelder wurden in themenspezifische Arbeitsgruppen weiterbearbeitet, Problempunkte identifiziert und notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation diskutiert und formuliert.

Ein weiteres Treffen wird im April 2020 stattfinden.

Am 26.10 fand der erste Fachworkshop im Rahmen unseres Projekts "Muslimische Frauen für mehr Teilhabe" statt, das durch die Robert Bosch Stiftung gefördert wird. Ziel des Workshops mit dem Titel "Barrierefreier Zugang für Frauen sichtbarer Minderheiten zum Arbeitsmarkt" war es, Akteure aus dem Bereich Arbeitsmarkt an einen Tisch zu bringen. Wir konnten Teilnehmerinnen aus dem Jobcenter und der Arbeit mit Geflüchteten und Vertreterinnen aus Bildungseinrichtungen und verschiedenen Berufsfeldern gewinnen.
Wir starteten den Tag mit einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Vortrag zum rechtlichen Hintergrund für den Abbau von Barrieren für Minderheiten. Danach folgten mehrere Inputs von 10 Minuten, um verschiedene Aspekte des Themas zu beleuchten. Durch die praxisnahen Berichte kam es zu den ersten angeregten Diskussionen. Insgesamt kristallisierten sich drei Spannungsfelder heraus: 1. Die Strukturen, denn Angebote für einen guten Arbeitsmarktzugang sind vorhanden, werden aber nicht von allen Frauen wahrgenommen; 2. Die Haltung der Arbeitgeber*innen und Ausbilder*innen, die - auch bedingt durch ausgrenzende Diskurse – von Vorurteilen geprägt sein kann; 3. Der Habitus der Zielgruppe, die Empowerment benötigt um alle Möglichkeiten zur Erlangung einer gleichberechtigten Teilhabe auszuschöpfen.
Dabei zeigte sich, dass viele potentielle Verbündete zugleich auch Teil eines Spannungsfelds sein können. Das macht eine offene Kommunikation besonders wichtig. In einer abschließenden Diskussionsrunde haben wir gemeinsame Anliegen formuliert. Ziel ist es, Vielfalt sichtbar zu machen. Eine wichtige Rolle dabei kann das stärkere Bekanntmachen bereits vorhandener Projekte als Best Practice spielen. Außerdem ist eine stärkere Zusammenarbeit mit Arbeitgeber*innen und Fachgremien notwendig. Neben vielen thematischen Anregungen konnten alle Teilnehmerinnen wertvolle Kontakte für mögliche zukünftige Kooperationen knüpfen.

Am 9.10. fand das zweite Treffen der Reihe Muslimisches Engagement in NRW in Düsseldorf statt. Diesmal stand die inhaltliche Arbeit im Mittelpunkt, die die Ausgestaltung des Forums Muslimische Zivilgesellschaft in NRW konkretisieren soll. Die rund 60 TeilnehmerInnen hatten die Möglichkeit, für sie wichtigen Themen zu benennen, sie in Kleingruppen weiter zu bearbeiten und dem Plenum vorzustellen. Die Umsetzung der Ideen liegt in der Hand der TeilnehmerInnen, das Ministerium bietet gegebenenfalls den finanziellen Rahmen.

 

Hier findet ihr einige Impressionen:

 

Seit Anfang des Jahres wird das AmF mit dem Projekt „Muslimische Frauen für mehr Teilhabe “ von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Um das Projekt zu koordinieren und durchzuführen, hat das AmF ein Büro eingerichtet, in dem zwei Mitarbeiterinnen für Fragen zum Projekt zur Verfügung stehen.

Das Team

Naima Niazy ist seit etwa zwei Jahren im AmF aktiv und Mitglied in der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit. Dabei verwaltete sie die Webseite und Facebookseite und schrieb hin und wieder Zusammenfassungen zu Gerichtsurteilen oder wissenschaftlichen Studien. Sie studierte molekulare Biomedizin und war mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der naturwissenschaftlichen und klinischen Forschung tätig, zuletzt als Leiterin einer Juniorgruppe. Seit Juli 2019 ist sie Projektleitung des Projekts „Muslimische Frauen für mehr Teilhabe“.

Nardin Maarouf ist seit März 2019 studentische Hilfskraft im Aktionsbündnis muslimischer Frauen. Sie befindet sich zurzeit in den letzten Zügen ihre Jura Studiums und hat sich in diesem Rahmen unter anderem auch mit dem religiösen Wertewandel im Grundgesetz beschäftigt. Weiterhin absolvierte sie ein Praktikum im deutschen Bundestag und war Stipendiatin des Avicenna Studienwerks. Ehrenamtlich engagiert sie sich im internationalen Sportclub Alhilal in Bonn e. V. als Jugendwartin.

gefördert durch:

Ein neues Jahr hat begonnen und das AmF wird stolze zehn Jahre alt. Unsere bisherige Arbeit und unsere Pläne für die Zukunft haben auch andere beeindruckt: Wir erhalten für die kommenden beiden Jahre eine Projektförderung der Robert-Bosch-Stiftung. Aktuell steht die Sichtung der Bewerbungen für eine Projektleitungsstelle und eine studentische Hilfskraft, die Suche nach Büroräumlichkeiten und die Projektplanung an, aber wir möchten uns doch auch die Zeit für einen Rückblick auf die Aktivitäten des letzten Jahr nehmen.

Unsere wichtigsten Aktivitäten im Überblick:
Eindeutige Positionierung des Deutschen Frauenrats gegen Kopftuchverbote
Positives Positionspapier der EfiD zum Kopftuch
CLAIM und Tag gegen Antimuslimischen Rassismus
Weiterer Einsatz gegen Diskriminierung
Wahlprüfsteine für die Hessische Landtagswahl und politische Aktivitäten
Festakte und Ehrungen
Deutsche Islamkonferenz
Mitgliederversammlung 2018

 

Eindeutige Positionierung des Deutschen Frauenrats gegen Kopftuchverbote

Ein großer Schritt war die Entscheidung, bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrates zwei Anträge zu stellen. Der Deutsche Frauenrat (DF) ist die größte Frauenlobbyorganisation in Deutschland; sie wird staatlich gefördert und bei allen Frauenthemen von der Politik gehört. Dem DF gehören 60 Verbände und Vereine an, von denen wir vermutlich der kleinste sind und die größten mehrere Millionen Mitglieder haben. Unsere beiden Anträge "Aufhebung gesetzlicher Kopftuchverbote zur Sicherung der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt" und "Unterstützung muslimischer Frauen und Mädchen zur Verwirklichung einer selbstbestimmten Lebenspraxis" wurden auf der Mitgliederversammlung angenommen. In den publizierten Beschlüssen der Mitgliederversammlung heißt es entsprechend: "Der Deutsche Frauenrat spricht sich gegen gesetzliche Kopftuchverbote aus, die die Teilhabe muslimischer Frauen auf dem Arbeitsmarkt oder auch in Teilen des Ehrenamts einschränken oder ihnen den Zugang zu einzelnen Berufen oder ganzen Berufsbereichen völlig verwehren. Dort, wo gesetzliche Kopftuchverbote in Ausnahmefällen beibehalten werden, müssen sie verfassungsrechtlichen Vorgaben genügen." Und: "Der Deutsche Frauenrat spricht sich dafür aus, Maßnahmen zu ergreifen, die muslimische Frauen und Mädchen bei der Verwirklichung einer selbstbestimmten Lebenspraxis unterstützen. In den Bildungseinrichtungen sollen altersgerecht Fragen der Religionsfreiheit, der Gleichberechtigung, der freien Berufswahl usw. diskutiert werden. Es ist deutlich zu machen, dass das Diskriminierungsverbot von zentraler Bedeutung für eine Gesellschaft ist, die die Menschenrechte als ihre Wertegrundlage beansprucht. Dazu gehören auch bundesweit niedrigschwellige, finanziell ausreichend ausgestattete Hilfs- und Unterstützungsangebote."

 

Positives Positionspapier der EfiD zum Kopftuch

2017 waren wir zur Mitgliederversammlung der Dachorganisation der evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) eingeladen, um dort zum Thema Kopftuch zu referieren. EFiD hat im Januar 2018 ein umfangreiches, sehr differenziertes und positives Positionspapier zum Thema Kopftuch herausgebracht, das sich ausdrücklich gegen Verbote ausspricht und auch den kolonialen Hintergrund der Debatte mit beleuchtet. Darin heißt es: „Tatsächlich aber sagt das Tragen eines Kopftuchs an sich nichts darüber aus, ob die Trägerin unterdrückt wird oder emanzipiert ist. Wer für Empowerment, Emanzipation und Gleichberechtigung für Frauen eintritt und arbeitet, sollte sich erinnern: Keine Frau ist jede Frau. Es galt und gilt zu akzeptieren und zu respektieren, dass es für jede Frau(enbewegung) unterschiedliche Wege zur Gleichberechtigung gibt.
 

CLAIM und Tag gegen Antimuslimischen Rassismus

Als Mitglied von CLAIM nahmen Vertreterinnen des AmF an drei Netzwerktreffen teil. CLAIM ist ein Netzwerk gegen antimuslimischen Rassismus, das sich durch Lobbyarbeit und die Bündelung von Kompetenzen und Interessen verschiedenster Organisationen und Verbände öffentlichkeitswirksam gegen Islamfeindlichkeit aufstellt und das Ausmaß von Diskriminierung sichtbarer machen möchte. Die Allianz steht auf einer breiten Basis von muslimischen und nicht-muslimischen Organisationen (letztere stellen die Mehrheit). Der bisherige Austausch hat gezeigt, dass CLAIM eine hervorragende Arbeit darin leistet, die bereits bestehenden Kompetenzen, Erfahrungen und Arbeitsschwerpunkt der einzelnen Organisationen für die Mitgliedsorganisationen sichtbar zu machen, zu kommunizieren, sie zu bündeln und dadurch zu stärken.


Anlässlich des Tages gegen Antimuslimischen Rassismus (1. Juli; Todestag von Marwa El-Sherbini) hat CLAIM Lichtinstallationen in verschiedenen Städten initiiert. Das AmF hat sich ebenfalls mit einer kleinen Aktion beteiligt: Unter dem #SilberstreifAmHorizont konnten Geschichten von Zivilcourage und Hilfe in Situationen, in denen Menschen von anti-muslimischem Rassismus betroffen waren, erzählt werden. Angesichts vieler Negativnachrichten ist es umso wichtiger, die Geschichten derjenigen zu erzählen, die es nicht akzeptieren, dass Anfeindungen zum Alltag gehören, die sich rassistischer oder islamfeindlicher Diskriminierung entgegenstellen oder es schlicht nicht hinnehmen wollen, bestimmte Aussagen ohne Widerspruch im Raum stehen zu lassen. Die Geschichten derjenigen, die andere in Schutz nehmen, nicht, weil diese den Schutz unbedingt brauchen, sondern weil es das einfach Zeit ist, nicht länger stumm zu bleiben, müssen publik gemacht werden, denn sie stärken und ermuntern auch andere, nicht länger zu schweigen.
 

Weiterer Einsatz gegen Diskriminierung

Der Berliner Senat hat beschlossen, das Landesantidiskriminierungsgesetz zu überarbeiten; dazu hatten unterschiedliche Organisationen die Möglichkeit, den Gesetzesentwurf zu kommentieren; zudem hatten wir uns einer gemeinsamen Stellungnahme von 22 anderen Akteuren im Antidiskriminierungsfeld angeschlossen.

Im November leiteten Shabana Ahmed und Gabriele Boos-Niazy in Frankfurt im Rahmen der Tagung „Stigma Kopftuch“ (Fachtag der Bildungsstätte Anne Frank) einen sehr gut besuchten Workshop.

Die Beratung von Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern bei Diskriminierungsfragen wurde wie jedes Jahr kontinuierlich fortgesetzt.
 

Wahlprüfsteine für die Hessische Landtagswahl und politische Aktivitäten

Anlässlich der hessischen Landtagswahl haben wir uns einer Initiative von Antidiskriminierungsgruppen angeschlossen. Dazu formulierten wir spezifische Wahlprüfsteine, die an die Parteien verschickt und von ihnen beantwortet wurden.

Daneben unterhielt das AmF Kontakte zu politischen Akteur*innen, um unsere Sichteise auf Frauen- und Religionspolitische Themen zu vertreten, beispielweise durch die Teilnahme an der Bewegung #unteilbar, die am 13. Oktober eine Großdemonstration in Berlin mit über 240.000 Teilnehmenden organisierte.

Als einziges Bundesland hält Berlin noch an einem weitreichenden Kopftuchverbot fest – das hatte uns veranlasst Mitglied im Bündnis #Gegen Berufsverbot zu werden und uns dort aktiv mit unserem Wissen, das wir bundesweit gesammelt haben, einzubringen.

Festakte und Ehrungen

Gabriele Boos-Niazy war der Einladung nach Berlin zum Festakt zum 100jährigen Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts gefolgt. Die Feierlichkeiten fanden in den sehr schönen Räumlichkeiten des Historischen Museums statt. Sie wurden mit der 1910 von der britischen Frauenrechtlerin Ethel Smyth komponierten Hymne „March of the Women“ eröffnet. Es folgte ein sehenswerter Kampagnenfilm zum historischen Hintergrund des Frauenwahlrechts und eine Rede der Familienministerin Franziska Giffey. Insgesamt war es eine Veranstaltung, die zeigte, dass Frauen unterschiedlicher Herkunft oder Weltanschauung gemeinsame Interessen haben. Die Gesellschaft hat sich verändert - wir sind da, wir bringen uns ein und wir wollen mitmischen.






Anlässlich des 10. Geburtstags von Nafisa haben die Gründerinnen Kathrin Klausing und Silvia Horsch (beide auch langjährige AmF-Mitglieder) 10 muslimische Frauen für ihre Arbeit ausgezeichnet. Es war natürlich besonders schön zu sehen, dass 6 der geehrten Frauen auch AmF-Mitglied sind.

Deutsche Islamkonferenz

Zur Eröffnungsveranstaltung (28.-29.11.18) der vierten Runde der Deutschen Islamkonferenz war das AmF erstmals als Verein geladen; zuvor nahm unser langjähriges Vorstandsmitglied Tuba Isik als Einzelperson teil.
Innenminister Seehofer sagte erstmals: "Muslime gehören zu Deutschland. Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie alle Bürger dieses Landes und daran kann es wohl keinen vernünftigen Zweifel geben." Im Rest der Rede war dann viel von Werten und Gesetzen die Rede und in verschiedenen Variationen tauchte die Kernfrage, die die DIK beantwortet werden soll, auf: „Wie lassen sich der muslimische Glaube und die mit ihm verknüpften Überzeugungen und Bräuche mit der in Deutschland gewachsenen Kultur und den Werten unserer Gesellschaft im Alltag besser in Einklang bringen?
 

Mitgliederversammlung 2018

Am 18. November fand die 9. AmF-Mitgliederversammlung statt, der in diesem Jahr ein Podiumsgespräch mit dem Titel „Vielfältiges Engagement - wie schöpfen wir Kraft?“ mit interessanten AmF-Mitgliedern – voranging. Im Rahmen des Podiumsgespräch sprachen die Teilnehmerinnen verschiede Aspekte des (ehrenamtlichen) Engagements muslimischer Frauen an, berichteten über ihre Erfahrungen, Schwierigkeiten und Lösungen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen starte die Mitgliederversammlung – wie üblich mit der Begrüßung und den Regularien. Es folgte der Bericht des Vorstandes zu den Highlights der AmF-Aktivitäten des letzten Jahres. Im Ausblick wurde über die Teilnahme an der Deutschen Islamkonferenz gesprochen und über den Projektantrag an die Robert-Bosch-Stiftung, der dem AmF eine zweijährige Förderung beschert hat. Zu den geplanten internen Maßnahmen gehört der Aufbau eines Expertinnenpools, die Verbesserung der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und der internen Vernetzung. Außerdem wird eine Verwaltungsstruktur aufgebaut. Bei der Vorstandswahl wurden Shabana Ahmed, Maryam Kamil Abdulsalam, Meryam Meguenni-Lfakir, Gabriele Boos-Niazy, Katja Schöneborn, Maisa Tarakji und Maryam Brigitte Weiß einstimmig wiedergewählt.

Beim Podiumsgespräch am Vormittag geben (von links nach rechts) Leila Momen, Marlies Wehner, Shabana Achmed (Moderation), Mona Kheir El Din, Maisa Tarakji und Maryam Kamil Abdulsalam wertvolles Input.
Beim Podiumsgespräch am Vormittag geben (von links nach rechts) Leila Momen, Marlies Wehner, Shabana Achmed (Moderation), Mona Kheir El Din, Maisa Tarakji und Maryam Kamil Abdulsalam wertvolles Input.

Die anwesenden Mitglieder lauschen andächtig dem Podiumsgespräch.

Die Vorstandsvorsitzende Grabriele Boos-Niazy trägt aus der Mitgliederversammlung die Tätigkeiten des letzten Jahres vor.
Die Vorstandsvorsitzende Grabriele Boos-Niazy trägt aus der Mitgliederversammlung die Tätigkeiten des letzten Jahres vor.

Wie jedes Jahr gab es die unglaublich leckeren Kuchen des BFMF.
Wie jedes Jahr gab es die unglaublich leckeren Kuchen des BFMF.