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Stopp der Online-Kampagne gegen die Diskriminierung von kopftuchtragenden Frauen

Stopp der Online-Kampagne gegen die Diskriminierung von kopftuchtragenden Frauen

Der Europarat hat nach Protesten aus Frankreich eine Online-Kampagne gegen die Diskriminierung von kopftuchtragenden Frauen zurückgezogen. Insbesondere die französische Jugend-Staatssekretärin Sarah El Haïry habe ihre „extrem große Missbilligung“ ausgedrückt; daraufhin seien die Tweets zurückgezogen worden, hieß es in der Presse.
Auch wenn niemand bestreitet, dass es Frauen gibt, die zum Tragen eines Kopftuches gezwungen werden, sehen wir das Zurückziehen der Bilder sehr kritisch. Daher haben wir uns schriftlich an den Sonderbeauftragten des Europarates gegen Hass und Hassverbrechen aus antisemitischen und antimuslimischen Motiven, Daniel Höltgen, gewandt und ihm unsere Enttäuschung über das Absetzen der Kampagne mitgeteilt, das ohne erkennbare Gegenargumentation erfolgte.
Da der Europarat das Ziel verfolgt und die Aufgabe hat, die Menschenrechte, zu denen ja auch das Recht auf Religionsfreiheit gehört, zu schützen und das Bewusstsein um die kulturelle Identität und Vielfalt Europas und Unterstützung von deren Entwicklung zu fördern, hätten wir zumindest erwartet, dass er sich zu der Debatte um die Kampagne äußert und auf die sehr unterschiedlichen verfassungsrechtlichen Ansichten der Mitgliedsländer zum Umfang der Religionsfreiheit hinweist. Es kann nicht sein, dass der französische Laizismus als Maßstab für alle anderen EU-Staaten gelten soll, wie weit über Religionsfreiheit bzw. deren Einschränkung überhaupt Material veröffentlicht werden darf.
Eine Antwort des Sonderbeauftragten steht noch aus.